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Zahnkrankheiten - Zahnmarkentzündung

In der Fachsprache wird sie Pulpitis genannt. Verursacht wird sie durch Bakterien oder deren Ausscheidungsprodukte, wenn sie bei der Karies in die Pulpa eindringen können. Eine andere Ursache für Pulpitis kann eine Überreizung der Pulpa sein, z. B. durch die Hitze beim Bohren, Schleifen oder durch Füllungsmaterialien. Bakterien können aber auch über die Blutbahn eindringen und somit zur Pulpa gelangen und eine Pulpitis auslösen (sehr sehr selten). Eine vierte Ursache kann aber auch das Zähneknirschen sein. Hierbei erfährt die Pulpa ein Okklusionstrauma.

Entzündungsreaktion der Pulpa
Das geschädigte Pulpengewebe gibt Entzündungs- und Schmerzstoffe ab. Diese bewirken eine verstärkte Durchblutung der Pulpa, die Gefäßwände werden porös – Flüssigkeit der Blutgefäße läuft aus und die Schmerzempfänger werden gereizt.

Ablauf der Entzündung
Pulpenirritation – Reizung der Pulpa (warm, kalt, süß); Hyperämie; mal chronisch, mal akut

Pulpitis serosa – aus Blutgefäßen treten Blutflüssigkeit und weiße Blutzellen aus, Schwellung in der Pulpa nimmt zu (reizt den Nerv)

Pulpitis purulenta – treten noch mehr weiße Blutzellen aus, kommt zur Eiterbildung, Schmerz anhaltend

Nekrose und Gangrän – Bakteriengiftstoffe u. Abklemmung der Blutgefäße bewirken Absterben der Pulpa (Nekrose); nun zusätzlich noch Besiedlung der toten Pulpa von Fäulnisbakterien, Entstehung Fäulnisprodukte und –gase (Gangrän); rasende Zahnschmerzen

 

 

Arten

a) geschlossene Pulpitis
Diese wird durch Bakterien an der Wurzelspitze hervorgerufen und es kommt zu einer Pulpenirritation. Die Pulpa wehrt sich dagegen und die Gefäße erweitern sich in der Wurzelspitze. De abführenden Venen werden abklemmt und es kommt zu einem Blutstau in den Venen der Pulpa. Es entstehen Ödeme (Schwellungen) im Zahnmark. Die Schwellung nimmt zu und der hydrostatische Druck in den Kapillaren erhöht sich. Dies führt zu Durchlässigkeitsstörungen der Gefäßwände. Es entstehen Ödeme außerhalb des Zahnes. Wenn die Durchlässigkeitsstörung weiter steigt werden nicht nur das Blutplasma sondern auch Blutzellen aus den Gefäßen gedrückt. Die Leukozyten sterben ab. Diese und die Bakterien lassen kleine Thromben extraoral entstehen. Nun können die Bakterien die Pulpa ungehindert ein zweites Mal besiedeln und dies führt zu einer Toxineinwirkung der Bakterien. Dies nennt man Toxineinwirkung der Bakterien und der Zellstoffwechsel wird dadurch gestört. Nun kann die Nekrose (Zelltod) bis in die Zahnkrone fortschreiten.

b) offene Pulpitis
Der offenen Zahnmarkentzündung geht immer ein ausgedehnter kariöser Defekt oder freiliegende Pulpa voraus. Der Krankheitsverlauf ist wie bei der geschlossenen Pulpitis. Kommt es zu einer Oberflächennekrose an der Pulpa, kann diese Granulationsgewebe (zell- und gefäßreiches Gewebe) bilden, welches sich über die Pulpa legt (häufig bei Milchzähnen). Dies wird auch als Pulpenpolyp bezeichnet. ODER Die freiliegende Pulpa kann durch das Blutcalcium verkalken. Dies wäre ein Extraschutz für das Zahnmark.